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Für die praktischen Arbeiten wurden Werkzeuge nach keltischen Vorbildern angefertigt. Das Werkzeugspektrum umfasste große Tüllenäxte, Lappendechsel, Ziehmesser, Löffelbohrer, Stemmbeitel, Zugsägen und Reißnadeln. Im Zuge der Arbeiten versuchen die Wissenschaftler herausfinden, welche Werkzeugtypen sich für bestimmte Arbeiten besonders gut eigneten bzw. wo die Grenzen der Leistungsfähigkeit des keltischen Holzhandwerkszeugs lagen.

Werkzeuge (Beil, Dechsel, Meißel) zur Bearbeitung des Bauholzes

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AUT 8460

 

Speichergebäude

Der Speicherbau wurde nach archäologischen Befunden von Schwarzenbach und vom Dürrnberg in Mischbauweise aus Blockbau und Ständerbau auf Steinfundament mit rechteckigem Grundriss von 4,1 auf 6,2 m ausgeführt. Als Baumaterial diente bei dieser Konstruktion Fichten- und Tannenholz. Die massiven Bauhölzer des Schwellbalkenkranzes wurden mit Hilfe von Lappendechseln umseitig flächig überarbeitet und an den Eckbereichen durch viereckige Ausnehmungen miteinander verbunden.

An den Längsseiten haben wir jeweils zwei ebenfalls vierkantige Ständer durch Zapfen-Nut-Verbindungen eingearbeitet, die die Fußpfetten tragen. Die Zapfenverbindungen wurden mit Tüllenmeißeln eingearbeitet. Zwischen den beiden Ständern im Südwesten dem Handwerkerhaus zugewendet, befindet sich der Eingangsbereich, der durch eine Wendebohlentür aus Fichtenholz verschlossen werden kann. Die Tür kann durch eine Verriegelung aus Holz einem Hakenschlüssel aus Eisen verschlossen werden.

Die Eckverbände des Aufgehenden wurden als Blockkonstruktion mit sog. einfachen Verkämmungen ausgeführt, bei denen die Holzelemente mit Tüllenäxten jeweils halbseitig rund eingehackt wurden, damit die nachfolgenden Bauteile aufgesetzt werden konnten. Die dabei verwendeten Bauhölzer konnten nun um einiges dünner ausfallen, als der Schwellbalkenkranz, ohne die Stabilität der Konstruktion zu gefährden. Durch diese Konstruktionstechnik, die am Dürrnberg mehrfach nachgewiesen werden konnte, erreichten die Kelten, eine stabile Gebäudestruktur bei einem eher geringen Aufwand an Bauholz. Die Firstpfette ruht auf zwei innen an den Giebelseiten anliegenden Pfosten, die etwa 70 cm in den gewachsenen Boden eingelassen wurden. Diese Konstruktionstechnik zeigt sehr gut den Übergang von der Pfostenbauweise zum Schwellenbau, bei dem die Wandkonstruktion bereits ohne Pfosten auskommt, der Firstbereich jedoch noch durch solche getragen wird.

 

 

Das Dach wird durch eine Konstruktion aus Rofen- und Lattenhölzern gebildet, die das steile, durch geschmiedete Eisennägel gesicherte Spaltschindeldach tragen. Innen findet sich ein Boden aus fein geglätteten Eichenbohlen unter dem in der nordöstlichen Ecke ein unterirdischer Getreidespeicher für das Saatgut angelegt wurde. Die Menschen der Eisenzeit hatten offensichtlich das Getreide für die nächste Aussaat unter dem Bodenniveau gelagert, wohingegen das für den täglichen Verzehr bestimmte Korn oberirdisch in Truhen und Säcken aufbewahrt wurde. Möglicherweise wurde das Saatgetreide auch durch eine Lehmpackung luftdicht verschlossen, wodurch die Keimfähigkeit deutlich verlängert werden konnte. An drei Stellen wurden in der Wandstruktur Fenster mit Läden angelegt.

 

 

Im Museumsbetrieb wird das Gebäude als Speicher für Nahrungsmittel, wie Getreide, Gemüse und Früchte, sowie für Fisch und Fleisch genutzt. Der Besucher findet neben Stellagen für Früchte und Leguminosen und Vorratstruhen für Getreide unterschiedlichste Lagergebinde für Vorräte aus Keramik, Flechtwerk und Holz.

Töpferei

Die Menschen der Vergangenheit waren vor allem bei handwerklichen Betätigungen darauf angewiesen, ihren Tagesablauf auf die hellen Stunden des Tages abzustimmen. Das galt selbstverständlich nicht uneingeschränkt für Handwerker wie Schmiede, Bronzegießer oder Glasperlenmacher, die ihre Künste im Gegenteil gern in abgedunkelten Räumen ausführten, weil sie dann die Glühfarben ihrer Werkstoffe und damit deren Bearbeitbarkeit besser beurteilen konnten. Die meisten Leute haben jedoch wenn möglich unter freiem Himmel gearbeitet. Es steht zu vermuten, dass nicht alle Handwerkergebäude umseitig mit Wänden versehen waren, sondern dass auch seitlich offene Schutzdächer angelegt wurden. Unter diesen konnte das Tageslicht bei gutem Schutz vor Regen und vor starker Sonnenstrahlung voll ausgenutzt werden.

 

 

Nach archäologischen Vorbildern aus Schwarzenbach zeigt unser Architekturmodell einer Keramikwerkstätte eine denkbare Variante für ein derartiges Schutzdach. Das Gebäude steht auf vier massiven Eichenpfosten, die ein schräges, zum Hang hin geneigtes Pultdach tragen. Die Pfosten dienen als Auflager für zwei Pfetten aus Fichtenholz, auf die das Dachgerüst aus Rofen- und Lattenhölzern aufsetzt. Die Konstruktionshölzer wurden durch Aufklauungen verbunden und mit Holznägeln gesichert.

Die Dachhaut selbst besteht aus Fichtenrindestücken, deren Größe jeweils mehr als einen Quadratmeter beträgt. Diese wurden im Frühjahr, wenn die Bäume voll im Saft stehen, vorsichtig von frisch gefällten Fichten abgezogen. Dann hatten wir nicht mehr als drei Tage Zeit, die Rinden in doppelten und seitlich zueinander versetzten Lagen auf die Dachlatten zu nähen. Bei längerem Zuwarten wären die Rinden bereits zu trocken gewesen, wären eingerissen und hätten sich nicht mehr gut an die Dachhölzer angeschmiegt. Gegen Norden und Westen bieten Wände aus stehenden Fichtenstangen einen gewissen Windschutz.

 

 

Unter diesem Schutzdach wurde auf der Basis von Brennofenbefunden aus Niederösterreich (1). ein Keramikbrennofen mit einem Schürhals und einer Lochtenne in den Boden eingebaut. Dafür wurden Befeuerungsgrube und Brennraum etwa 90 Zentimeter in den Boden eingetieft und an der Basis durch einen Luftkanal mit einer Länge von etwa 1 Meter verbunden. Im Brennraum wurde etwa dreißig Zentimeter über dem Grubenboden eine sog. Lochtenne mit einer Dicke von etwa 10 bis 12 Zentimetern eingebracht, die mittig auf einem Sockel aus Lehm und außen auf einem kleinen in die Wand der Grube eingearbeitetem Absatz zu liegen kam. Die Löcher der Lehmplatte wurden durch das Einbringen von Rundhölzern beim Bau der Lochtenne ausgespart. Wie bei einem Kachelofen konnte die heiße Luft bei dieser Konstruktion – vom Feuerkanal her kommend – unter dieser Lehmplatte mit runden Ausnehmungen zirkulieren und so die gesamte Struktur gleichmäßig erhitzen.

 

 

Auf diese Lochtenne konnte nun eine oben offene Lehmkuppel in Aufbautechnik aufgesetzt werden. Dabei war zu beachten, dass die Summe der Querschnitte aller Luftlöcher sowohl zum Durchmesser des Feuerkanals als auch zum oberen offenen Bereich der Kuppel des Setzraumes in einem bestimmten Verhältnis stehen sollte, um einen gute Luftströmung zu erhalten. Bereits mehrfach wurden Keramikbrennversuche erfolgreich in diesem Ofen durchgeführt. Mit derartigen Brennöfen konnten durch die Kaminwirkung bei idealen Windverhältnissen Temperaturen von mehr als 1000 Grad Celsius erreicht werden.


(1) Vgl. N. Tuzar, J. Reschreiter, Neue Versuche zur Rekonstruktion ur- und frühgeschichtlicher Öfen, Archäologie Österreichs 5/2, 1994, 38 ff.

Wirtschaftsgebäude

Neben den großen Schwellenbauten spielten in der spätkeltischen Siedlung nach wie vor Pfostenbauten eine große Rolle. In mehreren Grabungskampagnen konnten derartige Gebäude am Burgberg nachgewiesen werden. Pfostenbauten wurden als Werkstätten, Viehställe oder als Wirtschafts- und Lagergebäude vielfältig genutzt. Um das Thema Tierhaltung im Freilichtbereich anzusprechen, wurde ein Stallgebäude in Pfostentechnik errichtet. Die Grundfläche des Gebäudes betrug etwa 4,5 auf 6,5 m. Insgesamt wurden zehn Pfosten in den Boden gesetzt, drei an jeder Stirnseite und an den beiden Längsseiten jeweils zwei weitere, die gleichzeitig als Begrenzungen der beiden Eingänge fungieren. In den Gruben wurden die Stämme mit größeren Steinen zwischen die felsigen Pfostengrubenwände eingekeilt, anschließend mit Erdreich verfüllt und ordentlich verdichtet. An den unteren Bereichen wurden die Pfosten durch Feuersetzung angekohlt, damit sie an diesen den wechselhaften Witterungsverhältnissen besonders ausgesetzten Stellen resistenter gegen Feuchtigkeit wurden, aber auch nicht so leicht von tierischen und pflanzlichen Schädlingen befallen werden konnten.

 Talseitig haben wir eine Trockensteinmauer angelegt, um ein ebenes Bodenniveau im Inneren zu erreichen. Die kehlig gearbeiteten oberen Enden der stirnseitigen Pfosten bildeten nun die Auflager für die beiden Fußpfetten und für die Firstpfette. Auf jeder Seite des Satteldaches wurden acht Rofenbalken aufgeklaut und mit Holznägeln gesichert. Auch oben wurden diese paarweise durch Jochnägel aus Holz verbunden. Zur Stabilisierung der Konstruktion wurden die Fußpfetten durch vier Binderbalken gegeneinander gesichert, die auch als Auflager für einen Zwischenboden gedient haben könnten.

Auf den Rofen liegen die Lattenhölzer, auf welche die Schilfhalme in Bündeln aufgelegt und in mehreren sehr dichten Lagen aufgebunden wurden (1). Zur Befestigung der Schilfbündel hat man in der Eisenzeit wohl auf gedrehte Schnüre aus Linden- oder Ulmenbast oder auf gewässerte Weidenruten zurückgegriffen. In spätkeltischer Zeit dürften auch bereits aus mehreren Litzen gedrehte Schnüre aus Hanffasern zur Verfügung gestanden haben.

Die senkrechten Elemente der Flechtwerkwand bestanden aus radial gespaltenen Eichenbohlen, die mit dem Ziehmesser auf einen mehr oder weniger linsenförmigen Querschnitt zugearbeitet worden waren, um sich im Flechtverband gut einzufügen. Unten wurden sie angekohlt und etwa 20 cm in den Boden eingelassen, oben an den Unterseiten der Pfetten, bzw. der Binderbalken haben wir sie mit Holznägeln befestigt. Das Flechtmaterial selbst bestand aus Ruten von Hasel und Weide mit Durchmessern zwischen 1 und 3 cm, die in frischen Zustand zwischen die senkrechten Elemente eingeflochten wurden. Die Entastung und das Ablängen der Ruten erfolgte mit Messern und mit Beilen. Dabei wurden die dickeren Enden wechselseitig placiert, um einen gleichmäßigen Höhenzuwachs zu erreichen. Die Flechtarbeit erfordert viel Kraft und auch viel Aufmerksamkeit, um sich nicht die Hände an den scharfen Astvorsprüngen zu verletzen.

 

 

Im Anschluss wurden die Flechtwände von beiden Seiten her verputzt. Der Verputz bestand dabei aus einer Mischung aus Lehm, Sand, gehacktem Stroh und Wasser. Es erwies sich als klug, die Mischung aus trocknem fein zerschlagenen Ton mit Sand und Stroh trocken vorzunehmen, um diese erst im Anschluss mit Wasser abzurühren. Die Arbeiten müssen dabei an beiden Wandseiten gleichzeitig erfolgen, da sich die Lehmmasse in der Mitte sonst nicht verbindet und keine Stabilität erreicht werden kann. In der Trockenphase haben wir die Lehmwände mehrfach verdichtet um Trockenrisse zu vermeiden. Dieser Arbeitsschritt erfolgte mit kleinen Holzprügeln oder mit der flachen Hand. Die beiden Wendebohlentüren wurden aus Fichtenbohlen mit aufgenagelten Querhölzern angefertigt und können mit einfachen Drehriegeln aus Holz verschlossen werden.

 

(1) Vgl. Schrader 1998.

Backhaus

Getreide bildete bei den Kelten einen wesentlichen Teil der täglichen Ernährung. Zu den älteren, bereits in der Bronzezeit angebauten Getreidearten, wie Einkorn, Dinkel und Emmer, Gerste und Weizen gesellten sich am Ende der Eisenzeit noch Roggen und Hafer. Da Weizen und Gerste klassische Sommergetreide sind, Dinkel hingegen ein typisches Wintergetreide darstellt, darf man auch von einem entsprechenden Anbaurhythmus mit Fruchtfolge denken. Pflüge mit eisenbeschlagenen Scharen und das Aufkommen von Eisensensen erleichtere die Ackerbereitung und die Erntearbeiten enorm und erlaubten, dass größere Flächen unter den Pflug genommen werden konnten.

3D-Darstellung eines in den Fels eingetieften Ofenbefundes in Schwarzenbach/Schnitt5

Getreide konnte gequollen und gekocht zu vielerlei Gerichten, Suppen, Breien und Eintöpfen beigegeben werden. Es gibt aber auch archäologische Nachweise, dass man bereits flache runde Brote in speziellen Backöfen herstellte, die man auch einige Wochen lagern konnte (1). Bis vor wenigen Jahrzehnten hat man Brotbacköfen in vielen Regionen Europas stets etwas abseits von anderen Gebäuden errichtet, um den Schaden bei möglichen Schadfeuern gering zu halten. Die Öfen wurden in der Regel aus Lehm in Form von Kuppeln errichtet und mussten um Bestand zu haben auf jeden Fall durch eine Dachkonstruktion vor Regen und Schnee geschützt werden. In Schwarzenbach wurde ein leicht in den Boden eingetiefter Brotbackofen mit Backplatte und Resten der Kuppel gefunden. Direkt um diese Reste fanden sich mehrere kleinere Pfostenlöcher, die von einem zugehörigen Ofengebäude zu stammen scheinen.

 

 

Rekonstruktionsarbeiten des Ofengebäudes

 

Auf der Basis dieses Befundes errichteten wir an der Originalfundstelle ein Backofenhaus auf vier Pfosten. Die Dachkonstruktion bestand aus einem Satteldach mit Pfetten-, Sparren- und Lattenkonstruktion, die mit radial gespaltenen Schindeln aus Lärchenholz eingedeckt wurde. Zwei auf den Pfetten aufliegende Binderbalken gaben der Konstruktion zusätzlich Stabilität. Alle Holzverbindungen wurden durch Holznägel gesichert; die Wände bestehen an drei Seiten au dichtem Flechtwerk. Innen haben wir aus vorher gut durchgekneteten Lehmkugeln einen Kuppelofen errichtet, der ohne inneres Stützgerüst wie ein Keramikgefäß frei aufgebaut wurde.

Unmittelbar nach der Fertigstellung haben wir im Ofen ein Feuer angefacht, das die Lehmkonstruktion innerhalb weniger Stunden völlig austrocknen ließ. Während des Trocknens wurde der Ofen außen durch Schlagen mit einem Klopfholz verdichtet, um durch die Hitzeeinwirkung entstehende Risse wieder zu schließen. Der Brotbackofen kann von der offenen Talseite des Gebäudes beschickt werden, vor dem Ofenbereich findet sich wie beim Original eine Arbeitskuhle. Die Kuppel des Ofens wurde sehr flach gearbeitet, um möglichst viel Abstrahlungswärme von oben auf die Brote einwirken lassen zu können.

 

Ofengebüde mit Flechtwerkwänden an der Stelle des bei der Grabung gefundenen Ofens

 

Bei der Verwendung des Ofens haben wir festgestellt, dass die Beheizung wesentlich einfacher erfolgte, als wir an der Rückseite ein Luftloch mit einem Durchmesser von etwa 6 cm anbrachten. Dadurch hatte der Ofen mehr Zug und konnte schnelle auf Temperatur gebracht werden. Nachdem der heiße Ofen ausgeräumt und mit einem feuchten Lappen ausgewischt worden war, konnten wir die Brotleibe einbringen. Anschießend wurden sowohl das Beschickungsloch, als auch das kleine Luftloch verschlossen und nach etwa 1,5 Stunden war das Brot fertig gebacken. Im Backhaus findet sich eine große Teigschüssel aus Lindenholz, eine Ofenschaufel aus Fichtenholz, sowie ein halbrunder Ofenräumer aus Buchenholz mit Stiel.


(1) Zu Getreide und Brotresten siehe JOCKENHÖVEL 1997.

 

Brunnen und Zisterne

Die Wasserversorgung muss in der keltischen Höhensiedlung eine überragende Rolle gespielt haben. Von Seiten der Archäologie gibt es bisher keine eindeutigen Hinweise auf die Lösung dieses Problems. Wir können davon ausgehen, dass die am Hang des Burgberges gelegene Bründlkapelle bereits damals als Quelle vorhanden war und genutzt wurde. Doch lag diese Quelle außerhalb des befestigten Areals und wäre bei Krisenzeiten sicher nicht unproblematisch zu erreichen gewesen. Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass den Einwohnern auch innerhalb der Siedlung Wasser zur Verfügung gestanden haben musste. Man denke nur an den mehr als 100 m tiefen Brunnen, der in einer zeitgleichen Siedlung der Kelten in Alesia im heutigen Frankreich durch den Felsen in die Tiefe getrieben worden war. So erscheint auch in Schwarzenbach die Anlage eines Brunnens denkbar.

Darüber hinaus könnte man Regenwasser in Fässern und Zisternen gesammelt haben. Wir dürfen davon ausgehen, dass innerhalb des Oppidums gleichzeitig mehrere hundert Gebäude standen, von deren Dächern man das Regenwasser über Rinnen gesammelt haben könnte. Vom Dürrnberg bei Hallein kennen wir das Fragment einer Holzrinne (1) aus der Eisenzeit.

Um das Wasserproblem im Freilichtmuseum zu visualisieren, haben wir die Modelle eines Brunnens und einer Zisterne als Rekonstruktionsvorschläge gebaut. Der Brunnen weist eine Grundfläche von etwa 90 auf 90 cm auf und besteht aus vier in die Erde eingelassenen Eichenstämmen, die seitlich mit konischen Schlitzen versehen wurden. In diese Schlitze haben wir Spaltbohlen aus Eichenholz eingesetzt. Der Bereich um diese Konstruktion herum wurde mit Lehm abgesichtet, um zu verhindern dass Oberflächenwasser in die Anlage gelangen konnte. Bei der Tiefe der Konstruktion haben wir uns auf drei Meter beschränken müssen, die Brunnenfassung reicht etwa 90 cm über den gewachsenen Boden hinaus.

Die Zisterne liegt genau zwischen dem Handwerkerhaus und dem Speicherbau etwas nach Osten verlagert. Sie besteht aus einer massiven Holzkiste aus Eichenbohlen, die im Boden vergraben wurde. Über eine Holzrinne wird das Regenwasser jeweils einer Dachhälfte von Handwerkerhaus und Speicher in die Zisterne geleitet, die mit einem Deckel verschlossen werden kann. Dieses Prinzip hat sich bewährt.

(1) Lobisser 2005.