Die Fundstelle Schwarzenbach-Burg

Die Fundstelle Schwarzenbach-Burg in der Buckligen Welt ist bereits seit den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts bekannt. Sie liegt in der Marktgemeinde Schwarzenbach, Verwaltungsbezirk Wiener Neustadt, Niederösterreich am nördlichen Rand der Oberpullendorfer Bucht.
LIDAR Bild Burgberg und Umgebung

Der sich östlich von Schwarzenbach erhebende Bergsporn weist ein ca. 500 x 300 m großes Hochplateau auf das den Flurnamen „Burg“ trägt. Der Bergsporn fällt im Westen, Süden und Osten steil ab, während er nach Norden hin flach ausläuft. Nach Norden und Westen lässt sich eine teilweise bis 7 m hoch erhaltene Befestigungsanlage erkennen. Sie besteht aus einer Wallanlage, die zumindest im flachen Norden einen vorgelagerten Graben aufweist. Im Nordosten bilden die nach innen einziehenden Wallkörper ein Zangentor, durch das noch heute der Zugangsweg zur Fundstelle führt. Die Wallaufschüttung ist im Osten und Süden der Anlage nicht mehr zu erkennen. In diesen Abschnitten zeichnet sich das Gelände aber durch eine steile Geländekante aus. Die Innenfläche wird gegliedert durch mehrere sanft geneigte Hänge und einzelne Plateaus. In der Mitte der Fundstelle befindet sich eine kleine Anhöhe auf der heute ein Museumsturm steht.

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 10 Jahre Forschung (0.83 MB)

 Forschungsbericht 2006 (2.3MB)


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Seit 1992 stellt die Siedlung "Burg" in Schwarzenbach einen der archäologischen Forschungsschwerpunkte im Osten Österreichs dar. Unter Mitarbeit zahlreicher WissenschafterInnen und der Unterstützung der Gemeinde Schwarzenbach und anderer Stellen wird von VIAS seit Jahren eine systematische interdisziplinäre Untersuchung der Fundstelle durchgeführt. Der Schwerpunkt des Projekts liegt unter anderem auf der siedlungs- und wirtschaftsarchäologischen Forschung.

Durch archäologische Prospektion und die laufenden Forschungsgrabungen (unter der Leitung von Dr. Wolfgang Neubauer, VIAS-Vienna Institute for Archaeological Science und LBI ArchPro - Ludwig Boltzmann Institut für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie, Wien) konnte ein detailliertes Bild der archäologischen Strukturen gewonnen werden. Dabei zeigten die Befunde und Funde eine unterschiedlich dichte Besiedlung von der Jungsteinzeit (ca. 3000 v.Chr.) über die Bronzezeit (zwischen 1800-1000 v.Chr.) bis in die jüngere Eisenzeit (vom 2. Jh. v.Chr. - 0), wo die Siedlung sich zu einem stadtartigen Siedlungszentrum mit einer massiven Wehrmauer entwickelte.

Unter Einsatz moderster Technik und Grabungsmethodik wurden bisher 1,6% des ca. 15ha großen Siedlungsareals archäologisch untersucht. Innerhalb des Projekts wurde größten Wert auf eine intensive Zusammenarbeit mit verschiedensten Instituten gelegt, um ein möglichst vollständiges Bild der Vergangenheit rekonstruieren zu können.


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Vom 05.07-11.08.2017 haben Archäologiestudenten der Universität Wien und Mitarbeiter des Ludwig Boltzmann Instituts ArchPro im Rahmen einer archäologischen Forschungsgrabung Bereiche des Burgbergs von Schwarzenbach untersucht. Die Ausgrabungsfläche umfasste rund 500 qm und schloss direkt an die bereits erforschten Bereiche an, auf denen heute die Gebäuderekonstruktionen des Freilichtmuseums stehen.

Die Ausgrabung wurde anlässlich der geplanten Erweiterung des Keltendorfes durchgeführt. Im Zuge geophysikalischer Messungen wurden bereits im Vorfeld Gebäudereste festgestellt, die schließlich durch die Ausgrabung aufgefunden und dokumentiert werden konnten. Im Bereich des Südhangs befanden sich zwei neolithische und ein eisenzeitliches Haus. Auch eine Besiedlung des Burgbergs in der Bronzezeit konnte durch zahlreiche Keramikfunde in zwei Siedlungsgruben belegt werden.

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Das Fundmaterial umfasst verzierte und unverzierte Keramik, Steinwerkzeuge, Knochen, Hüttenlehm, Holzkohle, eine Glasperle und einige rezente Metallfunde. Einige Knochenfunde und Holzfunde wurden zur weiteren Analyse für eine Radiokarbondatierung ausgewählt. Die Datierung der Objekte reicht von der Jungsteinzeit bis in die jüngere Vergangenheit und belegt die herausragende Stellung des Schwarzenbacher Burgbergs durch die Jahrtausende.


Keltisches Handwerkerviertel entdeckt

Spektakuläre Ergebnisse der Ausgrabungen in Schwarzenbach/NÖ 2006

Bis zu sieben Meter hoch ist noch heute im Gelände die Wallanlage der ehemals keltischen Siedlung in Schwarzenbach/ NÖ sichtbar. Seit 14 Jahren wird diese bedeutende archäologische Fundstelle in der Buckligen Welt schon von der Universität Wien archäologisch untersucht.

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Die Rekonstruktion latènezeitlicher Gebäude in Schwarzenbach-Burg

Neben der rein wissenschaftlichen Fragestellung der seit 1992 durchgeführten archäologischen Forschungsprojekte werden die Ergebnisse in den Aufbau eines für die Regionalentwicklung der Buckligen Welt bedeutsamen Projektes zum Aufbau eines archäologischen Parks einfließen. Dabei kommt den einzelnen Baubefunden besondere Bedeutung zu, die in die im Rahmen dieses archäologischen Parks geplanten Rekonstruktionen urzeitlicher Bauten einfließen werden. Aber auch alle weiteren Ergebnisse der archäologischen Forschungen werden in die Rekonstruktion urzeitlichen Lebens eingebunden.

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